Codesharing – Mit welcher Fluggesellschaft fliege ich nun

Reisebericht Januar 2020

Nicht das erste Mal sitzen wir in der Maschine einer Fluggesellschaft, die wir nicht gebucht haben. Codesharing liegt bei den Fluggesellschaften voll im Trend.

Codesharing heißt das Prinzip, das Kunden mehrerer Airlines in einem Flugzeug zusammenbringt.

(Quelle: Welt.de)

Grundsätzlich ist das Codesharing der Fluggesellschaften inzwischen auf Langstreckenflügen fast zum Standard geworden und gemäß EU Verordnung EG Nr. 1008/2008) legitim. Und natürlich bringt es auch einige Vorteile bspw. bezüglich der Auslastung von Flugzeugen mit sich. 

Dennoch möchten wir das Thema aus Kundensicht mal kritisch beleuchten. In einigen Vielflieger-Foren haben wir gelesen, dass es eben doch für einige Passagiere wichtig ist, welche Fluggesellschaft den gebuchten Flug durchführt. Von “subjektiven Sicherheitsgefühl” wird in einem Forum beispielsweise gesprochen oder auch von “Etikettenschwindel” mit Codesharing.

Wie Codesharing-Flüge funktionieren und was es als Kunde einer Fluggesellschaft zu beachten gilt, erklärt euch Travelbook hier.

Unsere jüngste Erfahrung im Codesharing der Fluggesellschaften

Unser konkretes Beispiel: Wir haben bei TUI eine Reise gebucht, da uns darin ein Lufthansa-Flug nach Fuerteventura angeboten wurde. Nun sind wir nicht so erfahren in Pauschalreisen, doch die unklare Situation von Condor Ende 2019 und unsere (subjektive) Wahrnehmung, dass wir hier mit dem Pauschalangebot eine Premium-Fluggesellschaft buchen könnten, motivierten uns zur Buchung dieser Pauschalreise. Dabei nahmen wir natürlich auch wahr, dass wir eine XTUI-Reise buchten.

Unsere Recherchen ergaben: XTUI ist keine Marke oder Tochtergesellschaft der TUI, sondern ein Produkt, das besagt, dass einzelne Bestandteile der Reise von mehreren Anbietern eingekauft werden und dem TUI-Kunden dann im Rahmen einer Pauschalreise angeboten werden. Eine weitere Definition findet man auch hier online.

Eine Reisekombination mit dem “günstigsten Flug” und dann Lufthansa? Das lies uns frühzeitig skeptisch werden. In unserem Fallbeispiel ergaben unsere Recherchen, dass der angebotene Lufthansa-Flug als Charterflug von FTI eingekauft wurde. Auf Nachfragen bei unserem Vertragspartner TUI und auch bei Lufthansa direkt, wurde jeweils bestätigt, dass es sich um einen LH-Flug handele. Auch die Reiseunterlagen zeigten keinen Hinweis gemäß “durchgeführt von XY”.

Einen Mehrpreis von 400€ gegenüber der vergleichbaren anderen Pauschalreise mit Iberia-Flügen z.B. empfanden wir dann als angemessen. Wir wollten ja Lufthansa fliegen.

Am Vorabend-Check-in sahen wir dann das erste Mal den Hinweis “operated by XG”. So, der Flug wird also durch SunExpress abgewickelt. Noch größere Verwunderung entstand beim Boarding nächsten Morgen, da wir mit einer Eurowings-Maschine geflogen sind.

Nochmals kurz zusammengefasst: Wir buchten eine Pauschalreise bei TUI mit der Motivation, Zugriff auf einen Lufthansa-Flug zu haben. Dieser Flug wurde stets und ausschließlich mit einer LH-Flugnummer geführt. Ein Charterflug, eingekauft von FTI. Abgewickelt von SunExpress in einer Eurowings-Maschine. Verworrene Kiste.

Ist ggf. anzunehmen, dass mit einer LH-Flugnummer ein höherer Preis für eine Reise erzielt werden kann? Wer profitierte davon?

Es gibt nichts Negatives über unseren Flug zu berichten. Das ist definitiv keine Beschwerde über den Service von Eurowings. Würden jederzeit Eurowings buchen, nur würden wir es vorher gerne wissen.

Denn auch wenn’s spiessig klingt: Hier geht es ums Prinzip. Wenn das Codesharing legal ist, dann sollten es die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften einfach transparenter machen und frühzeitig kommunizieren. Enttäuschungen kommen nämlich meist aufgrund falscher Erwartungen zustande.