Vollgas in der Emilia-Romagna

Eine PS-starke Reise in eine der schönsten Regionen Italiens…

Juni, 2019 – Emilia-Romagna

*Werbekennzeichnung, da Orts- und Markennennungen*

Wir fliegen früh nach Bologna. Unser Zielflughafen in der Emilia-Romagna.  Ein herrlicher Blick über die Alpen wird uns gewährt.

Unser Ziel liegt mitten in der Emilia-Romagna, daher ein idealer Ausgangspunkt, um unsere Reiseziele Modena, Parma und Varano de Melegari zu besuchen. Was wir dort vorhaben? Das wird nach und nach verraten. Doch als Hinweis soviel vorab: Die Emilia-Romagna ist nicht nur kulinarisch eine Reise wert. Die Emilia-Romagna ist auch Heimat von Maserati, Ferrari, Lamborghini und Ducati. Der Geburtsort legendärer Sportwagen-Hersteller. Der Geburtsort von Enzo Ferrari. In Modena gründete er 1929 seinen Rennstall, die Scuderia Ferrari, die 1943 nach Maranello umgezogen ist.

Bei Parma, in Varano de Melegari, befindet sich außerdem eine Teststrecke von Alfa Romeo, der italienischen Automarke, die mehr als 100 Jahre Motorsportgeschichte geschrieben hat und als Ursprung der Scuderia Ferrari gilt. 

Ab 1920 war Enzo Ferrari Chefwerksfahrer des Alfa Romeo-Rennteams. In folgenden 47 Rennen holte er über ein Dutzend Siege für Alfa Romeo und war damit erfolgreichster Fahrer Italiens. 1929 gründete er dann die Scuderia Ferrari, in der zunächst weiterhin mit Fahrzeugen von Alfa Romeo gefahren wurde. 

 
Schönes Norditalien, schöne Autos 

Bevor wir den schönen Sportwagen Italiens frönen,  wagen wir einen  Abstecher zur Küste. Von Bologna nach Rimini sind es etwa 1,5 – 2 Stunden Fahrt. Etwa genauso lange fährt man von dort aus (über Parma) nach La Spezia, Cinque Terre oder nach Forte dei Marmi.

Wenn man die Region Emilia-Romagna besuchen möchte, muss man nicht unbedingt direkt nach Bologna fliegen. Man kann auch Mailand, Turin oder auch Florenz anfliegen. Je nach Zeit könnte man also die schöne Emilia-Romagna mit der schönen Toskana verbinden und z.B. ein Stück die Mille Miglia entlang fahren. Ein besonderer Roadtrip für schöne Tage in Italien. Und bei weniger Zeit? Sagen wir einem Wochenend-Trip? 

Nachfolgend unser 3-Tages-Plan für die Emilia-Romagna – für sportliche, PS-Liebhaber mit einem Faible for Alfa Romeo und anderen italienischen Sportwagen. 

Tag 1: Unser Italien-Roadtrip beginnt

Wir werden uns heute einen legendären Ort für Strandurlaub der 70er und 80er-Jahre anschauen: San Mauro a Mare. Der kleine, bunte Ort liegt an der Adria-Küste zwischen Cesenatico und Rimini.

Vielleicht werden hier ein paar Kindheitserinnerungen geweckt? Italien am Meer ist doch immer ein bisschen Reise in die (eigene) Vergangenheit. Bella Italia, wie man es als Kind erlebt hat. La dolce Vita bei einem Tag am Meer…

San Mauro a Mare und die Italien-Sehnsucht
Quelle: Gianluca Amati // https://commons.wikimedia.org/wiki/File:San_Mauro_Mare_spiaggia_aerea.jpg

Ein bisschen Nostalgie… an einem Urlaubsort an der Adria.

Die Zeit ist hier nicht stehen geblieben, aber alles bleibt so, wie es ist. Und wie es immer war.

In den goldenen Tourismuszeiten der 70er und 80er, die in San Mauro a Mare geprägt sein mussten, von der Italien-Sehnsucht deutscher Familien. Das Auto voll gepackt und nach Italien gefahren. 

In San Mauro a Mare gibt es noch immer fast ausschließlich familiengeführte Hotels der 3-Sterne-Kategorie, mit direkter Strandlage. Den Lido direkt vor der Tür mit scheinbar unendlichen Liegestuhlreihen. Familien pilgern mit Sandförmchen, Eimern und aufblasbarem Wasserspielzeug zum Strand. Herrlich! Wir atmen ein bisschen Italien-Nostalgie…

Hunger? Unser Restaurant in San Mauro a Mare: Onda Blu

Kein touristisches Restaurant trotz direkter Lage am Meer. Somit gibt es keine englische Menü-Karte, auch die Kellner sprechen nur italienisch fließend. Woran das liegt? Nun, die meisten Hotels in San Mauro a Mare bieten All-Inklusive oder Vollpension zur Übernachtung zu durchaus moderaten Preisen und guter Essensqualität. Das Onda Blu ist definitiv ein Restaurant der gehobenen Preisklasse in San Mauro Mare, spezialisiert auf Fisch und Meeresfrüchte.

Unser Tipp: Unbedingt die Pasta mit Thunfisch probieren.

In der Nebensaison ist es sehr ruhig in San Mauro a Mare. Doch die Party wartet “um die Ecke” – Rimini ist ca. 15km weiter…

 
Zurück aufs Land: Modena

Eine wunderschöne, belebte Kleinstadt. Modena zählt seit den 90er-Jahren zu dem schützenswerten UNESCO-Weltkulturerbe. Umgeben von landwirtschaftlichen Betrieben, in denen meist Balsamico-Essig oder Lambrusco hergestellt wird (beides aus der gleichen Traube).

Modena ist außerdem die Heimat von Maserati. Daher thront der Tridente gut sichtbar über der Stadt, wenn man die Straße Richtung Zentrum passiert. Neben dem Werk dann die gleichnamige Pizzeria Tridente.

Im alten Modena (Mutina) steht die wunderschöne Kathedrale der Stadt, eine römisch-katholische Kirche im romanischen Baustil errichtet. Sie ist nach dem Schutzpatron der Stadt ernannt, dem Bischof San Geminiano. 

Freizeit-Tipp: In Modena einfach mal Richtung Zentrum spazieren. Historische Straßen, bunte Bauten und jede Menge Köstlichkeiten in den Schaufenstern. Stehenbleiben, probieren. Ein Gläschen Wein dazu trinken. 

Unser Hoteltipp für Modena

Das Milano Palace hat eine optimale Ausgangslage, um die historische Stadtmitte und traditionelle Trattorias sowie Restaurants zu erkunden.

Quelle: http://www.milanopalacehotel.it/de/bildergalerie.aspx
“8-ung”, Achtung Nightlife!

Drei Locations in Modena, die allesamt dem selben Besitzer gehören, bieten ein “be-8-liches” Angebot für Dinner und/oder Drinks in Modena.

Wir speisen in der Hosteria 8.b

Etwas abgelegen vom touristischen Zentrums Modenas. Modern und stylisch eingerichtet mit Comics, Rädern, antiker Tür und dem ein oder anderen Ski an den Wänden. Die Küche ist traditionell und echt passabel.

Neben der Hosteria betreibt der Besitzer noch zwei weitere Locations in Modena: das 8 Brooklyn und das 8Vicolo.

Ersteres haben wir nach unserem Dinner für einen letzten Drink in Modena aufgesucht. Die Umgebung ist schon etwas speziell, man könnte auch sagen verrucht. 8 “Brooklyn” heißt es vielleicht, da das Restaurant direkt an einer Brücke gelegen ist, so dass man auch hin und wieder die Erschütterung der Bahn spüren konnte.

Man erreicht das höher gelegene Lokal über zwei Aufzüge unterhalb der Brückenauffahrt. Ein ganz schön-skurriler Platz in Modena!

2. Tag: Auf nach Parma

Die nächste Station ist Parma. Etwa 40min von Modena entfernt. Hier ist der Name schon irgendwie Programm und wer kennt ihn nicht, den Parma-Schinken… Parma hat nicht nur kulinarisch einiges zu bieten, doch ein (Wine)Tasting mit Parma-Schinken (am besten Crudo di Parma) und Parmesankäse sollte man schon einplanen.

Die Region um Parma herum bietet dafür vielfältige Möglichkeiten. Unser Tipp: Torrechiara. Ab hier geht es bestenfalls mit dem e-bike weiter.

Am zentralen Marktplatz befindet sich der Fahrradverleih von Walter di Leonardi. Sehr freundlich, hilfsbereit und unkompliziert. Die e-bikes / e-Mountainbikes sind in gutem Zustand. Empfehlenswert! Man kann die Räder auch nur halbtägig mieten.

Entlang der Prociutto-Route befinden sich einige Weingüter und landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Produkte zur Verkostung anbieten.

Ein Glas Lambrusco auf Ariola 

So, so… Lambrusco trinkt man kalt und “sparkling”. Wer hat’s gewusst? Zugegeben, wir dachten bei Lambrusco eher an die billigen 2-Liter-Flaschen in den unteren Regalen des Supermarkts. Weit gefehlt! Die Emilia-Romagna hat einen neuen Super-Perlwein:

Wie trinkt man Lambrusco richtig

Ein leichter, fruchtiger Wein, erfrischend. Hervorragend zu Antipasti oder einfach so als Aperitif. Wir haben den Lambrusco Marcello auf Ariola getestet und dazu die herrliche Aussicht auf die Weinberge genossen. 

Außerdem testen wir den berühmten Parmesankäse in drei Altersklassen, 12 Monate, 24 Monate und 36 Monate. Der ältere Parmigiano ist natürlich deutlich stärker im Geschmack und härter in der Konsistenz, eignet sich daher besser zum Reiben für die Pasta denn zur puren Verkostung.

Nightlife in Parma?

Bei schönem Wetter lohnt sich definitiv der Weg ins Le Petit. Buntes Publikum. Buntes Treiben… die Drinks werden gerne im Freien serviert, direkt am Parkplatz und da gibt’s immer was zu sehen… auch die bereits beschriebenen italienischen Sportwagen. 

 

3. Tag – Das Filetstück:

Alfa Romeo Driving Experience in Varano de Melegari

Das Fazit gleich vorweg: Weltklasse!

Okay, okay… es ist schwierig hier eine objektive Bewertung zu schreiben oder man könnte auch sagen, unmöglich. Denn unser Fahrertraining liegt erst zwei Tage zurück. Würde mal behaupten, dass immer noch Adrenalin durch unsere Adern fließt. 

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Wir starten früh in den Tag, um 8:45 Uhr geht es los im Autodromo di Varano. Ein Sommertag. 27-Grad Spitzentemperatur. Umgeben von der herrlichen Landschaft der Emilia-Romagna und einer wunderbaren Fahrzeugflotte von Alfa Romeo. Kurze Einführung, dann starten die Motoren…

Auch der Motor des schönsten modernen Autos, das es gibt: Alfa Romeo 4C.

Er wird bereits als “Klassikperle der Zukunft” beschrieben, ein leichtgewichtiger Sportwagen, der ausschließlich für Fahrspaß erschaffen wurde. Keinen Platz für gar nichts, außer für Fahrer und Beifahrer, die glücklich beseelt 240 PS auf knapp unter einer Tonne Gewicht um die Kurven brügeln. 

Unser Fahrertraining wird ausgerichtet von der Scuderia de Adamich, Centro Internazionale Guida Sicura.

Andrea De Adamich ist ein italienischer Rennfahrer. Seine größten Erfolge feierte er in der Formel 1 von 1968-1973. Seine Karriere wurde 1973 durch einen Unfall beim Großen Preis von Großbritannien beendet, als er bei der durch einen Dreher von Jody Scheckter ausgelösten Massenkollision Knochenbrüche an beiden Beinen erlitt. Parallel zu seiner Zeit in der Formel 1 fuhr er sehr erfolgreich bei der von 1968 bis 1975 ausgetragenen Markenweltmeisterschaft für Sport-Prototypen, Sportwagen und GT-Wagen. 1971 gewann er auf seinem Alfa Romeo 33 zwei Läufe und wurde mit 111 Punkten Zweiter der Gesamtwertung, knapp geschlagen von Pedro Rodriguez. 

Die Fahrzeugflotte der Scuderia de Adamich: 

  • Alfa Romeo 4C
  • Alfa Romeo Giulia QV
  • Alfa Romeo Giulia Diesel
  • Alfa Romeo Stelvio QV
  • Alfa Romeo Stelvio Veloce
  • Alfa Romeo Giuletta

Das Fahrertraining füllt den gesamten Renntag. Ein bisschen Theorie und dann ist man tatsächlich größtenteils auf der Strecke. Immer in Begleitung eines Driving-Instructors, um deinen Fahrstil auf der Rennstrecke zu perfektionieren. 

Die Trainingseinheiten bestehen aus Geschwindigkeitsfahren im Autodromo, Telemetrie, Drifting, einer Mini-Rennstrecke mit nassem Streckenabschnitt… und ein bisschen “Top-Gear”-Feeling ist auch dabei.

Sich endlich mal fühlen wie Jeremy Clarkson…

…wunderbar!

Eine grandiose Zeit in der Emilia-Romagna!
Ein langer Tag in Varano de Melegari, der erst gegen 18 Uhr endet. Mit ungefähr 30 Fahrten auf der Rennstrecke in 7 verschiedenen Alfas.

Viel gelernt? – Ja.

Nachts im Traum noch gehört: “Gas, Gas, Gas. Feste bremse. Verlass… ” – Ja. 

Den nächsten Tripp nach Varano de Melegari planen? – Ja. Unbedingt. 

“Sie haben Ihr Ziel erreicht.”

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