Beachtime Travelling auf der RETRO CLASSICS 2017

Stuttgart, 02.-05.03.2017 Europas größte Oldtimer-Messe öffnet ihre Türen.

Auf 130.000 Quadratmetern präsentieren  mehr als 1500 Aussteller über 3500 Autos und Motorräder in den Stuttgarter Messehallen.

In diesem Jahr steht Norditalien, das „Land der Motoren“,  im Mittelpunkt. Das Museo Panini & Stanguellini lässt die Automobilgeschichte Modena wieder aufleben und zeigt begehrenswerte Maserati-Modelle aus dem Besitz Umberto Paninis. Gegenüber gibt es Wein, San Pellegrino und Foccacia mit Spanferkel. Beachtime Travelling auf der RETRO CLASSICS 2017 weiterlesen

Südtirol, wir kommen!

Wir sind schon auf dem Brenner…

Eigentlich würde ich ja selbst von Beachtime Travelling erwarten, dass ich karibische Traumstrände für einen heißen Strandurlaub zum Jahreswechsel zu sehen kriege. Und was kommt jetzt?

Südtirol

Um es gleich vorweg zu nehmen, sonnig war es natürlich trotzdem. Bozen bei 17 Grad im Dezember kann man auch ohne Strand genießen. Nur der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt wird dann weniger attraktiv. Aber eins nach dem anderen…

Wir waren das dritte Mal über Silvester im schönen Südtirol. Das Argument, mit dem man mich vor einigen Jahren das erste Mal lockte: Mehr als 315 Sonnentage im Jahr. Und dieses Jahr hatten wir echtes Wetterglück – tagelang keine Wolke zu sehen.

Es fällt mir schwer unter all den Sehenswürdigkeiten, Weingütern, Wanderungen, Hotels, besonderen Orte usw. DIE Highlights und „Must-Do’s“ zu benennen, da wir in diesem Winter einige Orte neu kennen gelernt oder wiedergefunden haben. Es gibt wirklich soooooo viel zu entdecken. Acht Tage vergehen dort einfach wie im Flug. Darüber könnte man Bücher schreiben

– oder eben einen etwas längeren Blogbeitrag: „Otto a Alto Adige“. 🙂

 

Allgemein – Was es über Südtirol zu wissen gibt

Es lassen sich ausreichend Informationen im Internet recherchieren, die die Vorfreude auf dieses besondere Stück Land steigern können.

Hier eine Auswahl sinnvoller Webseiten zu Südtirol, die Appetit machen:

http://www.suedtirol.info/de
http://schönessüdtirol.de/
http://www.suedtirol.com/
https://www.suedtirol.de/
http://www.urlaubinsuedtirol.eu/

 

Alto Adige, Naturns, Meran, Texelgruppe

Spezialisierte Blogs:

http://www.passion-suedtirol.com/
http://suedtirol-blog.com/
http://www.bookingsuedtirol.com/blog/

…und speziell für die Gaumenfreuden in Südtirol:

https://www.gourmetsuedtirol.com/suedtirol/s%C3%BCdtirol-blog/

 

Die (tragische) Geschichte des Landes

Südtirol blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach dem Ersten Weltkrieg sprachen die Siegermächte die bis dahin zu Österreich gehörende Region Italien zu – die mehrheitlich deutschsprachige Bevölkerung wurde für Jahrzehnte zur unterdrückten Minderheit.

Mit der Machtergreifung der Faschisten unter dem Diktator Mussolini begann eine zwangsweise Italianisierung Südtirols. Deutsche Ortsnamen wurden übersetzt. Italiens Regierung verbot sogar die Verwendung des Namens „Südtirol“ und verordnet die italienische Bezeichnung „Alto Adige“ (Oberetschland). Die deutsche Sprache sollte aus der Region verbannt werden. Mitte der 1930er folgte die „Majorisierung”, eine massenhafte Ansiedlung von Italienern. In den folgenden Jahrzehnten beschäftigten sich die Südtiroler mit Wünschen nach Umsiedlung (75.000 Menschen verließen ihr Land und zogen nach Deutschland), der Rückkehr zu Österreich und schließlich dem Wunsch nach Autonomie. Proteste nahmen zu und gipfelten in einer Reihe von Sprengstoffanschlägen unter der Parole „Los von Rom“.

1972 wurde mit Einfluss der Vereinten Nationen zwischen Rom und Bozen ein Sonderstatut für die Autonomie Südtirols beschlossen. Bis dieses tatsächlich umgesetzt wurde, dauerte es weitere 20 Jahre.

1992: Die Regionen Tirol, Trentino und Südtirol vertieften ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit und schufen mit der „Europaregion Tirol-Trentino-Südtirol“ einen grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum. Die Landesregierungen Österreichs und Italiens fördern seither gemeinsame Projekte in Bereichen wie Wirtschaft, Politik oder Tourismus.

Heute ist Südtirol eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen in Italien.

Für alle, die die Geschichte Südtirols etwas detaillierter nachlesen wollen:

http://www.suedtirol-kompakt.com/die-geschichte-suedtirols/

http://www.jugend.landtag-bz.org/smartedit/documents/download/geschichte_suedtirols.pdf

http://www.mein-italien.info/geschichte/italienisierung.htm

http://www.sudtirol.com/de/kultur-traditionen-suedtirol/geschichte-suedtirol.htm

 

 

Auf geht’s – OTTO A ALTO ADIGE

TAG 1 – Giornata una

Christoph Gufler führt uns von Algund zum Schloss Tirol

Herr Gufler ist ein Kenner der Region. 1995 bis 2010 war er Bürgermeister der Gemeinde Lana. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Landeskunde Südtirols hervorgebracht, schreibt regelmäßig Beiträge für verschiedene Medien und ist ein Initiator des Südtiroler Sozialmanifestes.

Am Tag unseres Ausflugs führt er uns durch das Burggrafenamt zum Schloss Tirol, zum Herzen Südtirols.

Burg Tirol, Schloss Tirol, Burggrafenamt

Die Burg blieb bis 1420 Residenz der Tiroler Landesfürsten, bis Herzog Friedrich “mit der leeren Tasche” die Stammresidenz nach Innsbruck verlegte. In der Neuzeit verfielen Teile der Burg oder stürzten in den Köstengraben. Im späten 19. Jahrhundert wurden die verfallenen Teile der Burg wiederhergestellt.

Seit den 1980ern beheimatet das Schloss Tirol das Südtiroler Landesmuseums für Kultur- und Landesgeschichte. Unmittelbar neben der Burg befindet sich eine Falknerei mit Greifvogelpflegestation, die im Sommer regelmäßig Flugshows darbietet.

http://www.gufyland.com/de/

 

TAG 2 – Giornata due

Bozen und die Weinstraße

Bozen, Bolzano, hat ca. 105.000 Einwohner, davon sind mehr als 73% italienische Muttersprachler. Die kleine, quirlige Stadt ist Landeshauptstadt der Alpenprovinz – und nach meinem Geschmack – ist sie auch vielfältiger und damit noch interessanter als Meran.

Bozen, Bolzano

Zu Bozen gehören 5 Stadtviertel sowie das kleine Bergdorf Kohlern. Besonders sehenswert ist die historische Altstadt mit den Lauben (Arkaden). Einen kühlen Pinot Grigio oder Sauvignon Blanc kann man bestens auf dem Walterplatz genießen.

 

Bolzano

Im Archäologiemuseum kann man außerdem den Ötzi bewundern – er und ich sind übrigens gleich groß. 🙂

Wenn man von der Stadt genug hat, ist man in ein paar Minuten zur Weinstraße „hinauf“ gefahren…
Mein Tipp: Ein Besuch in Eppan. Wenn noch Zeit ist auch in Kaltern am See – einfach mal die Weinstraße entlang fahren.

Wein, Grappa und Obstbrände kann man hier direkt beim Erzeuger probieren und erwerben.

Eine besondere Empfehlung gilt dem

Fischerhof

von der lieben Familie Mauracher

Schreckbichl 12

39057 Eppan a. d. Weinstraße / GirlanEppan a. d. Weinstraße / Girlan

http://www.fischerhof-mauracher.it/home-hof-brennerei.html

Grappa, Destillerie, Brennerei, Weingut

Wir kommen schon seit vielen Jahren hierher und werden immer authentisch, freundlich und familiär empfangen – und: Wir gehen nie ohne neuen Einkauf nach Hause.

Wer es etwas „professionalisierter“ möchte, sollte sich einen Besuch in der stylishen Vinothek von St. Michael nicht entgehen lassen. Ist aber etwas unpersönlich.

http://www.stmichael.it/

 

Links zum Thema:

http://www.suedtiroler-weinstrasse.it/deutsch/orte/

http://www.weinstrasse.com/de/highlights/stadt-bozen/

http://www.eppan.com/de/eppan-an-der-weinstra%C3%9Fe/1-0.html

http://www.kaltern.com/de/

http://www.suedtirolwein.com/de/home.html?_ga=1.106922051.1388540614.1483541047

 

 

TAG 3 – Giornata Tre

Wanderung zum Dolomitenblick

Wir fahren mit der Panorama-Seilbahn von Latsch nach St. Martin am Kofel (1.776m). Von dort aus führt uns ein zunächst ansteigender Weg über die Rossböden am Sonnenberg weiter bis zum Dolomitenblick. Von dort aus genießt man einen herrlichen Ausblick auf die Dolomiten und das Ortlermassiv.

 Dolomitenblick, Panorama

 

TAG 4- Giornata quattro

Ein Besuch im Skigebiet – Gröden

Hier kommen Aktivurlauber auf ihre Kosten: Gröden gehört zum Skikarussell Sella Ronda!

Wer sich nicht auf Skier stellen will, dem wird es sicherlich dennoch nicht langweilig. Denn die kleinen Ski- und Bergorte wirken lebendig und angenehm pulsierend.

http://www.suedtirolerland.it/de/suedtirol/groednertal/

http://www.valgardena-groeden.com/

Wir besuchen das Adler Spa Resort, ein 5-Sternehotel, im welchem wir im Sommer 2017 auf unserer Bella Italia-Tour Halt machen werden. https://www.adler-dolomiti.com/de/

Adler Spa Hotels

Mehr dazu im Sommer 🙂

 

TAG 5 – Giornata cinque

E-Mountainbike-Abenteuer am Sonnenberg

Biken in Südtirol ist durchaus angesagt – und auch im Winter möglich. Mit Hilfe unseres Hotels haben wir uns E-Mountainbikes bei Ötzi-Bike geliehen: http://www.oetzi-bike-academy.com/de/bikeacademy

Die Räder sind leicht und daher gut im Gelände zu kontrollieren.

Im Vinschgau, am Sonnenberg (den würde ich im Winter empfehlen, wenn man in der Sonne fahren möchte) gibt es Downhill-Trails, die allesamt auch gut beschildert sind.

 

Südtirol

Leider reichte uns die Zeit nicht aus, alle zu testen. 😉
Daher kann ich nur von unserer Tour am Meraner Höhenweg (http://www.meraner-hoehenweg.com/#null) – von Naturns nach Rabland – berichten: Spannend war’s. Denn der Meraner Höhenweg ist ein Wanderweg. Nicht all seine Abschnitte, auch nicht die zwischen Naturns und Rabland, sind zum Fahren wirklich geeignet…doch wie heißt es so schön: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt (hin und wieder).

Für alle, die schlauer sein wollen:

http://www.vinschgau.net/de/latsch-martell/bewegung-sommer/rad-bike/ausgeschilderte-trails-sonnenberg.html
http://trails.de/tour/sonnenberg-sunny-benny/

 

 

TAG 6 – Giornata sei

Wellness im Feldhof

https://www.feldhof.com/de/

DolceVita Hotels, Wellness, Spa, Wellnesshotel, Luxusurlaub

Das Hotel Feldhof ist ein 4-Sterne Superior Hotel in Naturns, im Vinschgau. Ein familiengeführtes Hotel für Familien. Die Küche ist exzellent und das Wellness- und Spa-Angebot sucht seinesgleichen. Da können nur die anderen Dolce Vita-Hotels mithalten. Zwei davon befinden sich in unmittelbarer Nähe, Fußweite, zum Feldhof:

Lindenhof – Spa & Style Resort
https://www.lindenhof.it/de

Preidlhof. – Das 5-Sterne-Hotel für Paare
https://www.preidlhof.it/404/

Die drei Hotels sind eigenständig geführt, haben sich aber zur “Dolce-Vita”-Gemeinschaft zusammengetan: Gäste des einen Hotels können auch die Ausflüge, das Wellnessangebot, die Kulinarik der anderen Hotels nutzen:

https://www.dolcevitahotels.com/de/hotel-suedtirol

Eigentlich bleiben hier keine Wünsche offen…

 

TAG 7 – Giornata sette

Speckworld, Forst und Untergandkeller

…doch man muss ja auch mal raus. Und wenn es nur dazu dient, Südtiroler Mitbringsel für die Zuhause-Gebliebenen zu kaufen. Unser Weg führt uns zunächst in die Speckworld.

https://www.speckworld.com/

Schon lustig. Ja klar, ist das kommerzialisiert worden. Vor ein paar Jahren standen wir hier noch in einer mehr oder weniger normalen Metzgerei. Jetzt ist dem Verkaufsraum ein Speckmuseum angeschlossen und von den Verpackungen grinst uns Reinhold Messner an. Ob das nun wirklich verkaufsfördernd ist oder nicht, uns schmeckt’s.

Moser, Südtiroler Speck, Delikatesse, Mitbringsel, Kulinarisches

 

Südtirol ist ein Weinland. Südtiroler Weine sind edel und hochpreisig. Unbedingt sollte man als Rotweinliebhaber einen Lagrein testen. Wer Roséweine schätzt, sollte sich mal ein Glas Vernatsch oder gleich St. Magdalena (=Edelvernatsch aus Bozen) gönnen. Weissweintrinker haben hier deutlich mehr Auswahl aus Weißburgunder, Grauburgunder, den bekannten Gewürztraminer, Sauvignon Blanc usw.

ABER: Es gibt auch Bier in Südtirol

Brauerei, Bierbrauerei, Südtirol

Die Brauerei FORST wurde 1857 von zwei Meranern gegründet. Sie nutzten das hervorragende Quellwasser der Region, einen weitläufigen Talboden, die saubere Bergluft, moderne Technik und die erlernte Braukunst, um das Bier Südtirols zu kreieren. Im Laufe der Jahre entwickelte sich FORST schließlich zu einer der größten Brauereien Italiens.
http://www.forst.it/de

 

Hungrig nach dem Einkauf und der Brauerei-Besichtigung? Dann könnte ein Stopp im Untergandkeller lohnen.
Hier werden die Leibgerichte von Bud Spencer und Terence Hill serviert. Zumindest könnten die vielen Bilder der beiden darauf schließen lassen, dass sie dort viele Jahre Stammgäste gewesen sein müssen. Keine leichte Küche, hier kommt ein saftiges Stück Fleisch auf den Teller: Dry-Aged Beef, T-Bone-Steak, Spareribs.

Brennerei, Obstbrände, Obstbrand, Grappa, Trester

Der Untergandkeller wird von der Familie Stocker betrieben. Ganz nebenbei verfügt die Familie auch über eine der besten Brennereien Südtirols. Der Himbeerbrand ist unvergleichbar gut gelungen. Also am besten nach dem üppigen Mal direkt eine kleine Verkostung machen und einen edlen Tropfen einkaufen.
Die Stockerbrände sind seit 2-3 Jahren auch im eigenen Onlineshop erhältlich:

http://www.stocker-destillate.com/

…doch wenn man schon mal dort ist, sollte man diesen erst testen und sich vom Erzeuger ausgießen lassen. Der ist nämlich authentisch, bisschen grantig, dennoch herzlich und hat tolle Produkte.

 

TAG 8 – Giornata otto

Naturns und die Auffahrt zum Unterstell

Naturns ist eine kleine Gemeinde mit ca. 5800 Einwohnern in Südtirol nahe Meran. Geographisch gehört sie noch zur Region Vinschgau, verwaltungstechnisch hingegen zum Burggrafenamt. Der Name stammt wohl aus dem Keltischen und bedeutet soviel wie “Siedlung am Sumpf”. Sümpfe sind hier allerdings keine (mehr) zu finden. Hingegen hat sich Naturns inzwischen zu einem schönen Urlaubstal im Naturpark Texelgruppe entwickelt.

Die Texelgruppe ist der größte Naturpark Südtirols mit zahleichen Panoramawegen und Trekkingpfade für Wanderer und Biker. Mischwälder, Bergseen, Submediteranes Klima.

https://www.merano-suedtirol.it/de/naturns/artikel/naturns-umgebung-982/

Naturns ist eher ruhig, kein quirliger Ort. Ideal um sich zu „entschleunigen“.

In Naturns steht die Prokulus-Kirche, eine der ältesten frühchristlichen Kirchen Südtirols. Sie steht inmitten von Apfelgärten und beheimatet die ältesten Fresken im deutschen Sprachraum. Am Mittag fahren wir von Naturns mit der Seilbahn Unterstell von 550 Meter hoch auf 1.300 Meter. Die Auffahrt dauert nur wenige Minuten. Oben angekommen landen wir direkt am Meraner Höhenweg. Es gibt verschiedene Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Wer des Weges müde ist, findet allerdings auch bereits nach 24 Schritten den Gasthof Unterstell mit Sonnenterasse und Liegestühlen, um dort die Seele baumeln zu lassen. Ich habe es nicht selbst getestet, aber das Schnitzel wurde mir sehr empfohlen.

http://www.unterstellhof.com/

Berge, Urlaub, Bergurlaub, Alpen, Alpenurlaub, Bergbahn, Panorama, Südtirol, Sonnenberg, Texelgruppe

Acht Tage,

die vergingen wie im Flug. Da bleibt nur eins – wiederkommen. 🙂

 

 

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Alfa Romeo und Quadrifoglio verde

Das schöne Markenzeichen von Alfa Romeo trägt durchaus eine tragische Geschichte mit sich.
Der Alfa-Werksfahrer Ugo Sivocci malte 1923 das vierblättrige Kleeblatt als Glücksbringer auf seinen Tipo RL. Damit wollte er einen glücksbringenden Ausgleich dafür schaffen, dass ihm die Veranstalter der Targa Florio die Startnummer 13 zugedacht hatten. Der Erfolg gab ihm recht: Sivocci gewann die Targa Florio. Im September des gleichen Jahres wollte Sivocci das Quadrifoglio am neuen Alfa Romeo P1 anbringen.
Doch die Verantwortlichen hatten ihren Schaff damit, den Rennwagen überhaupt pünktlich zum Test nach Monza zu bringen. In der Hektik wurde das Anbringen des Kleeblatts vergessen. Ugo Sivocci ging ohne den Glücksbringer auf die Strecke und verunglückte tödlich. Seine Teamkollegen Enzo Ferrari, Antonio Ascari und Giulio Ramponi beschlossen daraufhin, das Kleeblatt fortan immer als Glücksbringer und in Gedenken an ihren Freund zu verwenden. Vier Fahrer – vier Blätter – das Markenzeichen von Alfa Romeo. Drama, Glamour, Emotion.

Oh Giulia… schnelle Schwester aus Italien

Vor 2 Wochen war es dann soweit – unser Rendezvous mit der schönen Italienerin. Ihr Markenzeichen: Das vierblättrige Kleeblatt. Quadrifoglio (verde).

Typisch Alfa Romeo - das grüne vierblättrige Kleeblatt
Das Quadrifoglio verde ist seit mehr als 90 Jahren bei Alfa Romeo an Bord…

Launisch? Zickig? Eher nein, aber: Sie hat Temperament. Und ein lautes Organ. Dennoch ist sie elegant. Ein echtes Topmodell mit 510 PS und einem wunderschönen Hinter…radantrieb.
Das, was viele wahren Alfa-Fans so schmerzlich vermissten und was für viele den typischen Kern der Marke ausmachte.

 

Liebe auf den ersten Blick

Zugegeben, etwas nervös war ich wohl, denn auch wenn ich schon einige Sportwagen bewegen durfte, einen 510 PS-starken V6-Biturbo-Motor war ich bislang noch nicht gefahren. Erst recht keine Ferrari-Entwicklung. Oder war es jetzt doch Maserati?!
Zunächst hieß es ja, dass der V6-Biturbo aus Maranello stammte oder dass Ferrari zumindest beim Feinschliff des Motors Alfa unterstützte. „Non vero“, sagte man bei Alfa Romeo daraufhin, stimmt nicht. Es sei eine komplette Eigenentwicklung. Das Datenblatt führt die Maschine unter der Typennummer „Maserati 670050436“ …nun ja – Ferrari, Maserati oder doch Alfa, es ist auf jeden Fall ein italienischer Motor drin.

 

La meccanica delle emozioni: Alfa Romeo Giulia
Die Proportionen sind perfekt, harmonisch. So steht sie da – unsere Giulia.

 

Hier steht sie nun, die Lady in red. Um genau zu sein, in Rosso Competizione. Brava! So gar nicht unscheinbar, gar nicht gewöhnlich. Weder harmlos noch züchtig. Ein Hingucker. Kampfeslustig und impulsiv – eine Bella Donna, bei der auch mal die Fetzen fliegen könnten.
Sollte ich da jetzt eifersüchtig werden? Nun ja, als Frau muss man sich schon damit abfinden, dass die Giulia einem die Show stehlen wird. Unmöglich mit ihren Reizen mitzuhalten.

Unsere Giulia ist nicht nur sportlich, sie ist auch filigran. Motorhaube und Dach sind aus Kohlefaser gefertigt, was ihr ein „Kampfgewicht“ von ca. 1655 kg sichert. So ist es nicht verwunderlich, dass sie sich doch ziemlich grazil und leichtfüßig über den Asphalt bewegt.

 

Auf geht’s!

Also – erstmal einsteigen. Mal umschauen. Roter Startknopf am Lenkrad, Tacho bis 330, schlanke Sportsitze, ein aufgeräumtes Cockpit, sechs handzuschaltende Gänge.
Gurt anlegen, Startknopf drücken, das erste Aufheulen des Motors genießen und los geht’s…
Bereits nach einigen hundert Metern wird mir klar: Mit der Giulia kann ich unbeschwert Gas geben. Sicher liegt sie auf der Straße, sportlich begnadet bewegt sie sich durch die Kurven – und macht dabei einfach immer eine gute Figur. Dank Keramikscheiben bremst sie exakt und sicher, so dass es mich keine Überwindung kostet mit dem rechten Fuß mal ordentlich Druck zu machen.
Die 307km/h in der Spitze erreiche ich nicht, das lassen unsere Verkehrsverhältnisse nicht zu. Bei knapp 250km/h ist Schluss. Nochmals ein prüfender Blick auf den Tacho, das fühlt sich noch nicht mal richtig schnell an, eher souverän gleiten wir über die Autobahn.

 

...ein bisschen Ferrari
…ein bisschen Ferrari

 

Fahrerwechsel

Auch als Beifahrer hat man Spaß mit der Giulia. Nein, damit meine ich nicht die doch etwas ausführlicheren Versuche meinerseits die Logik des Navis zu verstehen. Grrrr…
Mein Fahrer wagt sich in den „Race“-Modus. Dann sind ESP und Traktionskontrolle ausgeschaltet. Beim Herunterschalten gibt der Sechszylinder automatisch Zwischengas.
Das Temperament der schnellen Schwester kann man nämlich mit dem  „DNA“-Schalter in der Mittelkonsole etwas zügeln (im Effizienz-Modus), oder sie etwas mehr schreien lassen (Dynamik-Modus: Motorsound: Plus 100 Prozent) oder eben vollkommen freien Lauf lassen (Race-Modus). Wir geben ihr ein bisschen Freiheit sich auszutoben, aber wir bleiben respektvoll und wachsam.

 

Nach dem Giulia-Wochenende

Was machen wir nun mit dieser schönen Dame?
Leider hieß es nach dem Wochenende erstmal Abschied nehmen, da es sich um ein seltenes Vorführmodell des FCA Motor Village Frankfurt handelte. Wer eine längere Beziehung mit der Giulia eingehen möchte, muss Geduld haben und mindestens sieben Monate auf sie warten können.

Die Giulia gewinnt die Design Trophy 2016 des Fachmagazins AUTO ZEITUNG und das "Goldene Lenkrad" 2016. Außerdem ist sie von der Vereinigung italienischer Automobil-Journalisten zum "Auto des Jahres" in Italien gekürt worden - kein Wunder, mit diesem hübschen Gesicht...
Die Giulia gewinnt die Design Trophy 2016 des Fachmagazins AUTO ZEITUNG und das „Goldene Lenkrad“ 2016. Außerdem ist sie von der Vereinigung italienischer Automobil-Journalisten zum „Auto des Jahres“ in Italien gekürt worden – kein Wunder, mit diesem hübschen Gesicht…

 

Mit der Sport-Limousine in den Urlaub

Prima, dachten wir uns – in sieben Monaten ist Sommer. Da wollen wir doch nach Italien fahren. In die Toskana und durch Südtirol. Warum nicht mit der Giulia?!
Dann könnten wir mal schauen, wie sich die Schöne in den Kurven des Rechenpasses schlägt oder wie sie sich in den Jaufenpass schmiegt.
Ganz sicher wird sie eine gute Figur machen, wenn sie – in der Toskana angekommen – vor einem idyllischen Weingut parkt. Ich freue mich jetzt schon auf die Fotomotive!
Dazu dann mehr in sieben Monaten…

Heute stellen wir der Giulia einfach nur die Frage: Bist du urlaubstauglich?

Erste Herausforderung: die Gepäckverladung
Der Kofferraum der Giulia erscheint mir ausreichend tief (480 Liter Fassungsvermögen). Außerdem ist dann ja Sommer, da fällt das Gepäck zur Not einfach ein bisschen kleiner aus. Rückbank umlegen ist übrigens nicht möglich.

Zweite Herausforderung: der Reisekomfort
Die Sportsitze sind definitiv schön anzusehen. Schlank und hart. Damit mindestens fünf bis sechs Stunden am Stück unterwegs sein? Hm, das wird spannend.

Dritte Herausforderung: Fahrspaß auf der Holiday Road
Aber sicher!

Vierte Herausforderung: eine sichere Navigation
Ehrlich, ich befürchte das wird die Schwachstelle unseres Urlaubs-Mobils. Mit der Bedienung der Navigation bin ich (noch nicht) richtig warm geworden, Internet oder Echtzeit-Stauinfos werden meines Erachtens nicht angeboten. Überhaupt scheint das Thema „Internetverbindung“ für die Giulia noch ungelöst.

Vierte Herausforderung: schön, schnell und sportlich sein
Haken dran.

Unser Fazit: Wer braucht schon Platz & Internet, wenn 510 PS die Hinterreifen antreiben? 🙂
Die Giulia ist sicherlich nicht das vernünftigste Urlaubsauto, aber das Schönste.

 

 

 

 

Wir taten es aus Liebe – Eine (Zeit-)Reise zu Alfa Romeo nach Arese

LA MACHINA DEL TEMPO – MUSEO STORICO ALFA ROMEO

Wer Mailand besucht und mit einer „Zeitmaschine“ in die Geschichte einer faszinierenden Automobilmarke eintauchen will, sollte Milano auch mal verlassen und nach Arese fahren.

Wieso?
Arese ist – man möge mir verzeihen – eine eher unspektakuläre Industriestadt mit ca. 20.000 Einwohnern. Bekannt wurde sie allerdings als Produktionsstätte von Alfa Romeo und als Namensgeber des legendären „Arese V6“ -Motors.
Von 1963 an wurde dort unter anderem die Giulia gefertigt. Damals blühte die Alfa-Produktion in Arese und herrschte über ein zweieinhalb Millionen Quadratmeter-großes Gelände. Das tragische Ende folgte, als Alfa Romeo 1986 von FIAT übernommen wurde. Die Produktion im Werk Arese wurde sukzessive abgebaut und 2005 final stillgelegt. 2011 schloss dann auch noch das Museum, welches seit 1976 die Höhepunkte der Marke dokumentierte.

Und heute?
2015 hat das Museum mit der Ausstellung „La Machina del Tempo“ wiedereröffnet. Wann sonst hätte die Zeitreise in die glorreiche Vergangenheit besser gepasst als zum 105-jährigen Firmenjubiläum und zum Launch der neuen Giulia, die dem angeschlagenen Konzern wieder zu neuem Glanz verhelfen soll.

Viel Beton und hohe Mauern zieren das Gelände, es wirkt etwas verblasst. Das eigentliche Fabrikgebäude steht unter Denkmalschutz.

Zugegeben, schön geht anders. Schon die Fahrt über die 8-spurige A 13 nach Arese war nicht zwingend ein Highlight. Doch dann stehen wir letztlich vor dem historischen Fabrikgebäude, in dem alles begann – die Geschichte von Romeo & Giulia.
Und drinnen waren dann doch einige italienische Schönheiten zu bewundern.

Unser Rundgang beginnt im Abschnitt „Timeline“ und 19 Autos, die in einer  chronologischen Kreisform angeordnet sind. Aus der Mitte des Kreises erstreckt sich der Alfa Romeo DNA-Strang, der sich durch alle Stockwerke und Abteilungen zieht. Die zweite Etage trägt den Titel „Beauty“ und widmet sich ganz dem Thema „Design“. Hier finden sich außergewöhnliche Prototypen wieder, welche die Ästhetik der damaligen Alfa-Designer wie Sergio Pininfarina, Elio Zagato, Franco Scaglione und Nuccio Bertone widerspiegeln.
Schließlich gelangen wir in die Abteilung „Speed“ und zum „Tempel der Sieger“ im Untergeschoss des Museums. Hier stehen die sportlichen Erfolge von Alfa im Mittelpunkt.

Mein Fazit: Unbedingt anschauen!
Doch die Erwartungen etwas „runterschrauben“. Das Museum ist nicht perfekt,  hier und da hat es ein paar kleine Mängel.
Schönes Design, doch die Verarbeitung ist mäßig. Was soll ich sagen – das ist Authentizität – wie die Autos, so das Museum. Und so haben wir schmunzelnd ein paar „out of order“-Schilder passiert.

Wir werden sicher nochmals wiederkommen, in der Hoffnung, dass sich die Fahrzeugausstellung vielleicht noch ein wenig erweitert hat. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einer GTV 6? Die James Bond-Beauty aus Octopussy design by Giorgetto Giugiaro hat definitiv die Lizenz ausgestellt zu werden.

 

 

 

 

Faszination VETERAMA – Eine (kuriose) Reise in die Vergangenheit

#VETERAMA
07.-09.10.2016

Der Veteranenmarkt für Oldtimer-Teile war mal wieder in Mannheim zu Gast – zum 41.ten Mal!
Was im Jahr 1975 noch als Insider-Veranstaltung von 2 begeisterten Oldtimer-Sammlern ins Leben gerufen wurde, zieht heute mehr als 50.000 Besucher an und entwickelte sich zunehmend zur Großveranstaltung. Davon unbeeindruckt bleibt die Oldtimer-Szene Europas hier stark vertreten und lebt weiterhin den Geist dieses außergewöhnlichen Events.

Sicherlich, die Zeit macht auch von der VETERAMA nicht halt. Die einst jungen Teile-Freaks, die damals vielleicht langhaarig und in Schlaghosen hinter ihren Verkaufstischen standen, sind inzwischen etwas ergraut und gereift. Das Teileangebot und die kuriosen Beiwerke machen allerdings einen recht zeitlosen Eindruck. Einige davon waren vermutlich schon in den Siebzigern „irgendwie schräg“.

Ich sehe viele Väter, die mit ihren Söhnen über die VETERAMA pilgern. Einer davon trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck „I still play with Cars“. Auf dem Marktplatz machen wir kurz halt an einem Bus, hier läuft Rock’n’Roll aus den Sechzigern und ein freundlicher Herr tanzt mit Mikrophon und wirbt für seine CD-Sammlung. Kurz dahinter steht eine historische Steilwand aus dem Jahr 1940, auf welcher Motorrad-Kunststücke gezeigt werden. Davor hat sich tatsächlich eine Warteschlange gebildet.

Warum die VETERAMA Kult ist, heute wie damals…

Bei allem Wandel und Wachsen ist die VETERAMA das geblieben, als was sie angedacht war: Ein Teilemarkt für Liebhaber „echter“ Kraftwagen und Mopeds. Es ist ein Teilemarkt für Oldtimer-Fans, für die ihr Fahrzeug auch einen emotionalen Wert hat und sie deshalb das gesamte Maimarktgelände nach DEM Lenkrad oder DEM Blinkerglas durchforsten. Gegenüber stehen Aussteller, die diese Teile aus Kellern, Garagen und alten Scheunen ausgegraben haben.

Und wenn ich keinen Oldtimer zu Hause habe?
Dann sollte man trotzdem mal hingehen, etwas in die Vergangenheit reisen und die Nostalgie dieser Veranstaltung genießen. Und mit etwas Glück fährt man vielleicht ja auch mit einem Oldtimer-Schätzchen von dort nach Hause. 🙂