Probefahrt mit der neuen Giulia von Alfa Romeo

Oh Giulia… schnelle Schwester aus Italien

Vor 2 Wochen war es dann soweit – unser Rendezvous mit der schönen Italienerin. Ihr Markenzeichen: Das vierblättrige Kleeblatt. Quadrifoglio (verde).

Typisch Alfa Romeo - das grüne vierblättrige Kleeblatt
Das Quadrifoglio verde ist seit mehr als 90 Jahren bei Alfa Romeo an Bord…

Launisch? Zickig? Eher nein, aber: Sie hat Temperament. Und ein lautes Organ. Dennoch ist sie elegant. Ein echtes Topmodell mit 510 PS und einem wunderschönen Hinter…radantrieb.
Das, was viele wahren Alfa-Fans so schmerzlich vermissten und was für viele den typischen Kern der Marke ausmachte.

 

Liebe auf den ersten Blick

Zugegeben, etwas nervös war ich wohl, denn auch wenn ich schon einige Sportwagen bewegen durfte, einen 510 PS-starken V6-Biturbo-Motor war ich bislang noch nicht gefahren. Erst recht keine Ferrari-Entwicklung. Oder war es jetzt doch Maserati?!
Zunächst hieß es ja, dass der V6-Biturbo aus Maranello stammte oder dass Ferrari zumindest beim Feinschliff des Motors Alfa unterstützte. „Non vero“, sagte man bei Alfa Romeo daraufhin, stimmt nicht. Es sei eine komplette Eigenentwicklung. Das Datenblatt führt die Maschine unter der Typennummer „Maserati 670050436“ …nun ja – Ferrari, Maserati oder doch Alfa, es ist auf jeden Fall ein italienischer Motor drin.

 

La meccanica delle emozioni: Alfa Romeo Giulia
Die Proportionen sind perfekt, harmonisch. So steht sie da – unsere Giulia.

 

Hier steht sie nun, die Lady in red. Um genau zu sein, in Rosso Competizione. Brava! So gar nicht unscheinbar, gar nicht gewöhnlich. Weder harmlos noch züchtig. Ein Hingucker. Kampfeslustig und impulsiv – eine Bella Donna, bei der auch mal die Fetzen fliegen könnten.
Sollte ich da jetzt eifersüchtig werden? Nun ja, als Frau muss man sich schon damit abfinden, dass die Giulia einem die Show stehlen wird. Unmöglich mit ihren Reizen mitzuhalten.

Unsere Giulia ist nicht nur sportlich, sie ist auch filigran. Motorhaube und Dach sind aus Kohlefaser gefertigt, was ihr ein „Kampfgewicht“ von ca. 1655 kg sichert. So ist es nicht verwunderlich, dass sie sich doch ziemlich grazil und leichtfüßig über den Asphalt bewegt.

 

Auf geht’s!

Also – erstmal einsteigen. Mal umschauen. Roter Startknopf am Lenkrad, Tacho bis 330, schlanke Sportsitze, ein aufgeräumtes Cockpit, sechs handzuschaltende Gänge.
Gurt anlegen, Startknopf drücken, das erste Aufheulen des Motors genießen und los geht’s…
Bereits nach einigen hundert Metern wird mir klar: Mit der Giulia kann ich unbeschwert Gas geben. Sicher liegt sie auf der Straße, sportlich begnadet bewegt sie sich durch die Kurven – und macht dabei einfach immer eine gute Figur. Dank Keramikscheiben bremst sie exakt und sicher, so dass es mich keine Überwindung kostet mit dem rechten Fuß mal ordentlich Druck zu machen.
Die 307km/h in der Spitze erreiche ich nicht, das lassen unsere Verkehrsverhältnisse nicht zu. Bei knapp 250km/h ist Schluss. Nochmals ein prüfender Blick auf den Tacho, das fühlt sich noch nicht mal richtig schnell an, eher souverän gleiten wir über die Autobahn.

 

...ein bisschen Ferrari
…ein bisschen Ferrari

 

Fahrerwechsel

Auch als Beifahrer hat man Spaß mit der Giulia. Nein, damit meine ich nicht die doch etwas ausführlicheren Versuche meinerseits die Logik des Navis zu verstehen. Grrrr…
Mein Fahrer wagt sich in den „Race“-Modus. Dann sind ESP und Traktionskontrolle ausgeschaltet. Beim Herunterschalten gibt der Sechszylinder automatisch Zwischengas.
Das Temperament der schnellen Schwester kann man nämlich mit dem  „DNA“-Schalter in der Mittelkonsole etwas zügeln (im Effizienz-Modus), oder sie etwas mehr schreien lassen (Dynamik-Modus: Motorsound: Plus 100 Prozent) oder eben vollkommen freien Lauf lassen (Race-Modus). Wir geben ihr ein bisschen Freiheit sich auszutoben, aber wir bleiben respektvoll und wachsam.

 

Nach dem Giulia-Wochenende

Was machen wir nun mit dieser schönen Dame?
Leider hieß es nach dem Wochenende erstmal Abschied nehmen, da es sich um ein seltenes Vorführmodell des FCA Motor Village Frankfurt handelte. Wer eine längere Beziehung mit der Giulia eingehen möchte, muss Geduld haben und mindestens sieben Monate auf sie warten können.

Die Giulia gewinnt die Design Trophy 2016 des Fachmagazins AUTO ZEITUNG und das "Goldene Lenkrad" 2016. Außerdem ist sie von der Vereinigung italienischer Automobil-Journalisten zum "Auto des Jahres" in Italien gekürt worden - kein Wunder, mit diesem hübschen Gesicht...
Die Giulia gewinnt die Design Trophy 2016 des Fachmagazins AUTO ZEITUNG und das „Goldene Lenkrad“ 2016. Außerdem ist sie von der Vereinigung italienischer Automobil-Journalisten zum „Auto des Jahres“ in Italien gekürt worden – kein Wunder, mit diesem hübschen Gesicht…

 

Mit der Sport-Limousine in den Urlaub

Prima, dachten wir uns – in sieben Monaten ist Sommer. Da wollen wir doch nach Italien fahren. In die Toskana und durch Südtirol. Warum nicht mit der Giulia?!
Dann könnten wir mal schauen, wie sich die Schöne in den Kurven des Rechenpasses schlägt oder wie sie sich in den Jaufenpass schmiegt.
Ganz sicher wird sie eine gute Figur machen, wenn sie – in der Toskana angekommen – vor einem idyllischen Weingut parkt. Ich freue mich jetzt schon auf die Fotomotive!
Dazu dann mehr in sieben Monaten…

Heute stellen wir der Giulia einfach nur die Frage: Bist du urlaubstauglich?

Erste Herausforderung: die Gepäckverladung
Der Kofferraum der Giulia erscheint mir ausreichend tief (480 Liter Fassungsvermögen). Außerdem ist dann ja Sommer, da fällt das Gepäck zur Not einfach ein bisschen kleiner aus. Rückbank umlegen ist übrigens nicht möglich.

Zweite Herausforderung: der Reisekomfort
Die Sportsitze sind definitiv schön anzusehen. Schlank und hart. Damit mindestens fünf bis sechs Stunden am Stück unterwegs sein? Hm, das wird spannend.

Dritte Herausforderung: Fahrspaß auf der Holiday Road
Aber sicher!

Vierte Herausforderung: eine sichere Navigation
Ehrlich, ich befürchte das wird die Schwachstelle unseres Urlaubs-Mobils. Mit der Bedienung der Navigation bin ich (noch nicht) richtig warm geworden, Internet oder Echtzeit-Stauinfos werden meines Erachtens nicht angeboten. Überhaupt scheint das Thema „Internetverbindung“ für die Giulia noch ungelöst.

Vierte Herausforderung: schön, schnell und sportlich sein
Haken dran.

Unser Fazit: Wer braucht schon Platz & Internet, wenn 510 PS die Hinterreifen antreiben? 🙂
Die Giulia ist sicherlich nicht das vernünftigste Urlaubsauto, aber das Schönste.

 

 

 

 

Veröffentlicht von

Susanne@beachtimetravelling

Hi, ich bin Susanne…von Beachtime Travelling. Ein Kind der 80er. Als nebenberufliche Reisejournalistin bin ich vorwiegend in Europa unterwegs und berichte von meinen Lieblingsorten. In 51% der Fälle liegen diese auf Mallorca. ;-) Alternativ haben meine Reisen mit schönen Autos oder schönem Fußball von Eintracht Frankfurt zu tun. Wenig überraschend: Frankfurt ist meine Heimatstadt. Auch hier nehme ich hin und wieder an Veranstaltungen teil, die es wert sind erwähnt zu werden, da sie wie „Kurzurlaub“ wirken. Neben meinem Faible für Travelling, Fine Dining, Lifestyle & Fashion habe ich eine kleine Schwäche für Piraten. Ein besonderer kleiner Pirat hat mich daher zu meinem Kinderbuch „Die Abenteuer von Kapitän Piet – eine piratenmäßig schräge Geschichte“ motiviert.

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